Chronik 15 Jahre Jugendfeuerwehr Priesendorf

Am 25. 02. 1994 wurde unter dem damaligen 1.Kommandant Alois Sperber und dem 2. Kommandant Christian Folger die Jugendfeuerwehr Priesendorf mit folgenden acht Jugendlichen gegründet:

Christian Dorn, Matthias Folger, Ingo Hubert, Heiko Müller, Matthias Räder, Lars Schlund, Christian Seuling und Holger Zöttlein.

Bereits im Gründungsjahr erreichte man beim Kreisjugendfeuerwehrtag mit 1. Kreisleistungsmarsch in Hallstadt Platz 29 und 60 von 68 Gruppen und am 08. 10. 1994 wurde mit sehr gutem Erfolg die Bayerische Jugendleistungsspange abgelegt.

Bereits ein Jahr später erreichte man einen ersten Höhepunkt. Beim Kreisleistungsmarsch in Memmelsdorf erreichte die Startgruppe 2 einen guten 28. Platz und die Startgruppe 1 mit Christian Dorn, Matthias Folger, Matthias Räder und Heiko Müller wurde punktgleich mit einer weiteren Jugendfeuerwehr aus dem Landkreis Bamberg Vierter und das Los musste entscheiden, wer als vierter Teilnehmer den Landkreis Bamberg beim Bezirksleistungsmarsch in Bayreuth vertreten darf. Das Los entschied schließlich gegen die Jugendfeuerwehr Priesendorf und nur dem Einsatz des damaligen Kreisjugendwarts, Friedrich Riemer, war es zu verdanken, dass der Landkreis Bamberg einmalig fünf Teilnehmer und somit auch Priesendorf zum Bezirk schicken durfte, dort belegte unsere Jugendfeuerwehr einen guten Mittelplatz.

Leider konnte Folger seine erfolgreiche Arbeit aus privaten Gründen nicht fortsetzen und Alexander Stanulla übernahm ab Februar 1996 dieses Schlüsselamt in der Feuerwehr.

Viele Jugendliche wurden aus dieser Zeit in die aktive Wehr übernommen und sind dort heute noch in verantwortungsvollen Positionen tätig.

Leider konnten sich aber in den folgenden Jahren kaum noch neue Jugendliche für einen Dienst in der Jugendfeuerwehr Priesendorf begeistern und somit kam der Übungsbetrieb nach dem Wegzug von Alexander Stanulla vollständig zum Erliegen.

Im Frühjahr 2000 übernahm Bruno Keller das Amt des Jugendwartes, ein Glückstreffer wie sich noch erweisen sollte.

Auch Keller hatte zunächst große Probleme überhaupt Jugendliche für die Jugendfeuerehr zu rekrutieren. Schließlich gelang es ihm doch im Laufe des Sommers 2000 eine neue Gruppe auf die Beine zu stellen, der erstmals auch zwei Mädchen angehörten.

Die Neulinge waren:

Petra Eckert, Stefanie Römer, Martin Eckert, Florian Folger, Johannes Folger, Klaus Jungkunz und Michael Schmidtlein.

Bei der Ausbildung und Betreuung konnte Keller in der Anfangsphase auf die Kenntnisse von Christian Folger zurückgreifen, aber auch andere Wehrmänner unterstützten Keller bei den verschiedenen Aktivitäten tatkräftig.

So konnte man noch am 18. 12. 2000 die Bayerische Jugendleistungsprüfung mit wiederum sehr gutem Erfolg ablegen.

Im Jahr 2001 haben sich nach einem Aktionstag 11 weitere Jugendliche der Jugendfeuerwehr angeschlossen, jetzt konnte man aus den Vollen schöpfen.

Bei der Jahreshauptversammlung am 16. 02. 2002 wurde eine von Willy Diroll und Bruno Keller ausgearbeitete Jugendordnung vorgestellt und einstimmig beschlossen, in deren Rahmen sich die Jugendlichen unter dem Dach der FFW Priesendorf nahezu selbst verwalten. Jetzt gab es auch einen offiziellen Jugendausschuss, der sich wie folgt zusammensetzte:

Jugendwart: Bruno Keller

Jugendwart Stellvertreter: Martin Eckert

Jugendsprecher: Stefanie Römer

Jugendkassier (ist auch stellvertretend Jugendsprecher): Petra Eckert

Jugendschriftführer: Heike Keller

Aber auch auf Kreisebene musste man sich wieder mit den etablierten Wehren messen. Hier bekam Keller auch Unterstützung vom ehemaligen Kreisjugendwart Friedrich Riemer aus Burgebrach und vom amtlichen Kreisjugendwart Edgar Dünkel aus Dörfleins.

So wurde beim Kreisleistungsmarsch am 15. 06. 2002 in Wattendorf unter den 80 Teilnehmergruppen ein beachtlicher 23. Platz erreicht.

Beim Kreisleistungsgaudimarsch am 13. 07. 2002 in Ebing schaffte man es sogar auf Anhieb mit Platz 4 und 8 zwei Gruppen unter den ersten Zehn zu platzieren und einen Pokal mit nach Hause zu nehmen.

In den Jahren 2004, 2005, 2006 und 2008 konnte man sich ebenfalls, bei bis zu 116 Gruppen, kurioserweise jeweils mit Platz 6 (2005 auch noch Platz 9) unter den besten Zehn behaupten.

Erstmals, und dann regelmäßig jedes Jahr, nahm man am 19. 10. 2002 auch am Wissenstest des Landkreises Bamberg teil. Bei dieser theoretischen Prüfung, die jeweils im Herbst an verschiedenen Orten stattfindet, haben immer alle Priesendorfer Jugendlichen ihr Lernziel erreicht und ihre Abzeichen in Bronze, Silber, Gold und als Endstufe Urkunde in Empfang zu genommen.

Neben den vielen Lehrgängen, welche die Feuerwehranwärter in ihrer Zeit bei der Jugendfeuerwehr absolvierten, stellten sie sich auch immer wieder den verschiedensten Leistungsprüfungen. So absolvierte erstmals eine Jugendgruppe der FFW Priesendorf zusammen mit der Jugendfeuerwehr Lisberg am 24. 07. 2004 in Breitengüßbach die sehr anspruchsvolle Prüfung zur Deutschen Jugendspange. Aber auch die Bayerische Jugendleistungsprüfung, die Leistungsprüfung Wasser, oder die verschiedenen Stufen der Jugendflamme, wurden immer mit sehr gutem Erfolg abgelegt.

So wurde am 13. 05. 2005 mit der Jugendflamme 3 auch erstmals die Höchststufe der Deutschen Jugendfeuerwehr erworben. Die sechs Jugendlichen Katharina Diroll, Dominik Jaud, Heike Keller, Stefan Sperber, Johanna Steinhäuser und Mark Wibmer mussten neben der Deutschen Jugendspange und einem gültigen Erste-Hilfe-Nachweis auch eine öffentlich wirksame Themenarbeit nachweisen. Am Tag der Abnahme musste eine Aufgabe aus dem feuerwehrtechnischen Bereich verbunden mit Erste-Hilfe-Maßnahmen gelöst werden. Alle Forderungen meisterten die Priesendorfer Jugendlichen souverän und nahmen als eine der Ersten und wenigen im Landkreis Bamberg diese hohe Auszeichnung entgegen, dies wurde auch von vielen Interessierten aus der Gemeinde und umliegenden Feuerwehren verfolgt.

Am 15. 08. 2004 feierte man schließlich das zehnjährige Jubiläum am Brunnen. Bei einer Alarmübung zeigten dort die Jugendlichen eindrucksvoll einer breiten Öffentlichkeit ihre solide Ausbildung.

Aber auch beim Kreisleistungsmarsch am 19. 06. 2004 in Oberhaid hätte man gerne einen der ersten vier Plätze erreicht, um sich nach 1995 zum zweiten Mal für die Teilnahme am Bezirksleistungsmarsch zu qualifizieren. Die Gruppe war dort hochmotiviert und bestens vorbereitet. Doch Dauerregen machte viele Übungen doppelt schwer und so hatten körperlich weiterentwickelte Gruppen gewisse Vorteile. Am Ende belegten unsere Jugendlichen mit Platz 12 und 15 unter den 91 Gruppen recht gute Plätze, doch zur Teilnahme auf Bezirksebene sollte es auch im dritten Anlauf nach der Wiedergründung nicht reichen und es musste so manche Träne der Enttäuschung getrocknet werden.

Doch nur ein Jahr später schrieb unsere Jugendfeuerwehr beim Kreisleistungsmarsch in Walsdorf ein Stück Geschichte. Erneut wurde sich intensiv bis zu !fünfmal! die Woche auf diesen Wettbewerb vorbereitet. Und wieder waren die vier gestarteten Gruppen bis unter die Hutspitze motiviert. Man begann hochkonzentriert die 13 Übungsstationen auf dem 3km langen Rundkurs und bewahrte bis kurz vor Schluss eine weiße Weste, als dann doch noch kleine Fehler passierten. Man wusste, dass man sehr gut war, aber würde es auch für einen der ersten vier Plätze reichen? Doch diesmal war Fortuna auf Seite der Priesendorfer Nachwuchsbrandschützer. Keine der teilnehmenden Gruppen unterbot das Priesendorfer Ergebnis. Als bei der Siegerehrung die Plätze 20 abwärts aufgerufen wurden, stieg die Spannung ins Unermessliche. Nachdem Hirschaid als vierter und Lisberg als dritter aufgerufen wurde, war klar unsere Gruppe 3 mit Carolin Albert, Sebastian Coors, Francesco di Filippo und Katharina Diroll wurde Sieger, gefolgt von der Gruppe 4 mit Dominik Jaud, Heike Keller, Stefan Sperber und Mark Wibmer, die Zweiter wurden. Das gelang noch nie einer Jugendfeurwehr aus dem Landkreis Bamberg die ersten beiden Plätze beim Kreisleistungsmarsch zu belegen. Unter unbeschreiblichem Jubel nahm man schließlich aus den Händen von Landrat Dr. Günther Denzler neben den beiden Siegerpokalen auch erstmals den Wanderpokal mit nach Hause.

Beim Bezirksleistungsmarsch in Weismain am 08. 10. 2005 konnten dann unsere beiden Siegergruppen von Walsdorf ihre gute Form bestätigen und mit Platz 12 und 15 im 40er Feld, aber den besten aus ganz Oberfranken, ein wirlich gutes Ergebnis erzielen.

Beim Kreisleistungsmarsch ein Jahr später am 01. 07. 2006 in Straßgiech wurde mit Platz 11, 8 und 4 zwar die Titelverteidigung verpasst, aber zumindest die erneute Teilnahme am Bezirksleistungsmarsch gesichert, allerdings nur mit einer Gruppe, die aber am 07. 10. 2006 in Hof ihr gutes Ergebnis aus dem Vorjahr verbesserte und mit Platz 11 die Pokalplätze (bis Platz 10) nur um Haaresbreite verpasste.

Aber auch Leistungsprüfungen wurden 2006 nicht vernachlässigt. So absolvierten als Höhepunkt fünf Feuerwehranwärter am 20. 06. 2006 die Deutsche Jugendspange und am 11. 11. 2006 vier Jugendliche wiederum die Höchststufe der deutschen Jugendfeuerwehr, die Jugendflamme 3.

Am 12. 05. 2007 erreichten erneut neun Jugendliche die Deutsche Jugendspange, davon erwarben fünf am 10. 11. 2007 zusammen mit der Jugendfeuerwehr Grub/Frenshof zum dritten Mal die Höchststufe der Deutschen Jugendfeuerwehr, die Jugendflamme 3.

Ein absolutes Traumergebnis gab es am 23. 06. 2007 beim Kreisleistungsmarsch in Steppach. Unter den 62 Teams wurde die Startgruppe 2 Sechster. Dritter wurde die Startgruppe 2 mit Marcel Coors, Peter Jungkunz, Andreas Martin und Tobias Utzmann. Erster wurde schließlich die Gruppe 1 mit Carolin Albert, Klaus Böhnlein, Dominik Jaud und Mark Wibmer, die nicht nur den Sieger-, sondern auch den Wanderpokal zum zweiten Mal mit nach Hause nahmen. Außerdem qualifizierten sich die Gruppe 3 und 1 für den Bezirksleistungsmarsch, der am 29. 09. 2007 in Pegnitz stattfand. Dort wurden schließlich die Plätze 12 und 36 erreicht.

Bei der Jahreshauptversammlung am 28. 02. 2008 gab Jugendwart Bruno Keller, wie bereits ein Jahr vorher angekündigt, seine erfolgreiche Arbeit in jüngere Hände. Jugendwart ist nun Klaus Jungkunz, seine Stellvertreter Bruno Keller, Heike Keller und Michael Prämaßing.

Aber auch Klaus Jungkunz knüpfte nahtlos an die großen Erfolge seines Vorgängers an.

So wurde beim Kreisleistungsmarsch am 14. 06. 2008 in Baunach mit Platz 2 nur ganz knapp die Titelverteidigung verpasst. Die erfolgreichen Teilnehmer waren Klaus Böhnlein, Marcel Coors, Peter Jungkunz und Tobias Utzmann. Eine weitere Gruppe mit Laura die Filippo, Stefan Hurdaleck, Andreas Martin und Dominik Utzmann wurde erneut wie 1995 punkt- und zeitgleich mit der Jugendfeuerwehr Burgebrach Vierter. Aber anders als damals entschied diesmal ein Stechen verbindlich über den vierten Teilnehmer am Bezirksleistungsmarsch aus dem Landkreis Bamberg. Unsere vier Jugendlichen verloren schließlich nur um eine Sekunde diese Entscheidung und so fuhren wir leider nur mit einer Gruppe am 11. 10. 2008 nach Kronach, wo die Zweitplatzierten aus Baunach aber eine erstklassige Leistung ablegten und mit Platz 6 das erste mal in die Top Ten vordrangen.

Doch nicht nur die Ausbildung sondern auch die allgemeinde Freizeitgestaltung kam in all den Jahren nicht zu kurz. So wurde jährlich ein Jugendgrillfest abgehalten. Kinobesuche, Minigolf, Eisdisco, Fußball und vieles mehr runden das Jahresprogramm ab und sollen die Kameradschaft stärken. Aber auch an Aktionen wie „Zamm‘ geht’s“, die Frühjahrsreinigung an oberfränkischen Spielplätzen wurde schon mehrere Jahre erfolgreich durchgeführt.

Des Weiteren findet seit drei Jahren ein von der Jugendfeuerwehr durchgeführtes Kickerturnier statt, welches sofort regen Zuspruch fand und von allen Beteiligten mit großer Begeisterung angenommen wurde.

Regelmäßige Werbeaktionen, Infonachmittage, usw. sollen das Interesse der Priesendorfer Jugendlichen am Dienst in der Feuerwehr und an der Dorfgemeinschaft wecken.

Auch das Vereinsleben wie Florianstag, Sommerfest (Kasperletheater, Tombola, Torwandschießen), Herbstausflug, Weihnachtsfeier, Winterwanderung und vieles mehr wäre ohne die Jugendfeuerwehr nicht mehr denkbar.

Mit dem Kreisjugendfeuerwehrtag verbunden mit dem Kreisleistungsmarsch schlägt die Jugendfeuerwehr Priesendorf ein neues Kapitel in ihrer Chronik auf. So ein Fest kann Verbindungen und Kameradschaft weit über die Gemeindegrenze hinaus herstellen, oder bestehende vertiefen.

Möge es der Jugendfeuerwehr Priesendorf immer gelingen genügend Nachwuchs für die aktive Mannschaft zu stellen, damit es auch in Zukunft immer Frauen und Männer gibt, die sich getreu dem Wahlspruch unserer Fahne „In Gottes Namen allezeit, selbstlos, treu und hilfsbereit“ für die Sicherheit von Leib und Gut unserer Bürger in Priesendorf und Umgebung einsetzen.